Porträt
MARBURGER BUND
Von der studentischen Idee zur Ärztegewerkschaft
5 Prozent mehr Gehalt, bessere Vergütung von Bereitschaftsdiensten – mit diesen Forderungen war der Marburger Bund Anfang des Jahres in die Tarifverhandlungen für die rund 55.000 Ärzte an den 700 kommunalen Krankenhäuser gegangen. Anfang April erklärte die Interessenvertretung der angestellten und beamteten Ärzte die Gespräche als gescheitert. Seit Montag streiken die Klinikärzte in 14 Bundesländern.
Streikankündigungen gehören bei der Ärztegewerkschaft zu der stärksten Waffe bei den Gehaltsverhandlungen: Bereits 1951 – und damit nur vier Jahre nach der Gründung – bewilligte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder eine Gehaltserhöhung von 20 Prozent für angestellte Ärzte, nachdem es eine Urabstimmung für Streik im öffentlichen Dienst gegeben hatte.
Die Anfänge des Marburger Bundes gehen auf das Jahr 1947 zurück: In der gleichnamigen Universitätsstadt hatten sich Medizinstudenten und junge Ärzte getroffen, um sich über die Verbesserung der schlechten Arbeitsbedingungen Gedanken zu machen. Ein Jahr später wurde der „Marburger Bund – Arbeitsgemeinschaft der Landesvereinigung der angestellten Ärzte“ mit Sitz in Köln gegründet. Ziel war es seit jeher, die wirtschaftlichen Interessen angestellter Ärzte zu wahren.
Weil aber der Verband nicht als eigenständiger Tarifpartner akzeptiert wurde, vereinbarte er 1950 eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Angestellten Gewerkschaft. Von Beginn an versuchte der Marburger Bund so, Einfluss auf Tarifverhandlungen für angestellte Ärzte zu nehmen. Erst seit wenigen Jahren ist der Verband eine eigenständige Tarifvertretung für angestellte und verbeamtete Ärzte, nachdem 2005 der von Verdi verhandelte Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst abgelehnt worden war.
Mittlerweile zählt der Marburger Bund eigenen Angaben zufolge rund 108.000 Mitglieder. Neben Ärzten an Krankenhäusern und Universitätskliniken gehören dazu auch Angestellte der Bundeswehr, von Behörden und Pharmafirmen sowie Medizinstudenten. Der Verband ist eigenen Angaben zufolge Europas größte Ärzte-Organisation mit freiwilliger Mitgliedschaft und die einzige tariffähige Ärztegewerkschaft in Deutschland.
Seit 2007 ist Dr. Rudolf Henke Vorsitzender des Marburger Bundes. Der Internist löste Dr. Frank Ulrich Montgomery ab, der nach dem Bruch mit Verdi im Jahr 2006 die bis dahin größten Ärztestreiks in der deutschen Geschichte leitete. Henke ist seit Oktober vergangenen Jahres Abgeordneter des Bundestags und sitzt im Ausschuss für Gesundheit.
Streikankündigungen gehören bei der Ärztegewerkschaft zu der stärksten Waffe bei den Gehaltsverhandlungen: Bereits 1951 – und damit nur vier Jahre nach der Gründung – bewilligte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder eine Gehaltserhöhung von 20 Prozent für angestellte Ärzte, nachdem es eine Urabstimmung für Streik im öffentlichen Dienst gegeben hatte.
Die Anfänge des Marburger Bundes gehen auf das Jahr 1947 zurück: In der gleichnamigen Universitätsstadt hatten sich Medizinstudenten und junge Ärzte getroffen, um sich über die Verbesserung der schlechten Arbeitsbedingungen Gedanken zu machen. Ein Jahr später wurde der „Marburger Bund – Arbeitsgemeinschaft der Landesvereinigung der angestellten Ärzte“ mit Sitz in Köln gegründet. Ziel war es seit jeher, die wirtschaftlichen Interessen angestellter Ärzte zu wahren.
Weil aber der Verband nicht als eigenständiger Tarifpartner akzeptiert wurde, vereinbarte er 1950 eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Angestellten Gewerkschaft. Von Beginn an versuchte der Marburger Bund so, Einfluss auf Tarifverhandlungen für angestellte Ärzte zu nehmen. Erst seit wenigen Jahren ist der Verband eine eigenständige Tarifvertretung für angestellte und verbeamtete Ärzte, nachdem 2005 der von Verdi verhandelte Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst abgelehnt worden war.
Mittlerweile zählt der Marburger Bund eigenen Angaben zufolge rund 108.000 Mitglieder. Neben Ärzten an Krankenhäusern und Universitätskliniken gehören dazu auch Angestellte der Bundeswehr, von Behörden und Pharmafirmen sowie Medizinstudenten. Der Verband ist eigenen Angaben zufolge Europas größte Ärzte-Organisation mit freiwilliger Mitgliedschaft und die einzige tariffähige Ärztegewerkschaft in Deutschland.
Seit 2007 ist Dr. Rudolf Henke Vorsitzender des Marburger Bundes. Der Internist löste Dr. Frank Ulrich Montgomery ab, der nach dem Bruch mit Verdi im Jahr 2006 die bis dahin größten Ärztestreiks in der deutschen Geschichte leitete. Henke ist seit Oktober vergangenen Jahres Abgeordneter des Bundestags und sitzt im Ausschuss für Gesundheit.
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